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«Die SDG-Ziele sollen für die Mitarbeitenden greifbar werden»

Im Jahr 2015 haben die UNO-Mitgliedstaaten 17 Ziele für die nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) festgelegt. Auch die Schweiz ist aufgefordert, die Ziele national bis 2030 umzusetzen. Die Schweizer Salinen haben sich freiwillig dazu verpflichtet, zu sechs der insgesamt 17 Ziele beizutragen. Warum das Unternehmen sich auf diese Art engagiert und welche Ziele konkret erreicht werden sollen, erklärt Urs Hofmeier im Interview. 

Dr. Urs Ch. Hofmeier, Geschäftsführer der Schweizer Salinen
Urs Ch. Hofmeier, CEO Schweizer Salinen: «Nachhaltigkeit ist bei vielen Mitarbeitenden bereits im Bewusstsein.»

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung sind für die Privatwirtschaft nicht verpflichtend. Weshalb engagieren sich die Schweizer Salinen?

Uns ist klar, dass die ehrgeizigen Ziele nur Hand in Hand mit der Wirtschaft und weiteren gesellschaftlichen Akteuren erreicht werden können.

Die UNO hat denn auch die Unternehmen dazu aufgerufen, ihre Kreativität und Innovationskraft zu nutzen, um die Herausforderungen einer wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltigen Entwicklung zu meistern. Dazu wollen wir einen wichtigen Beitrag leisten.

Uns ist bewusst, dass wir eine kostbare Ressource aus der Natur gewinnen. Deshalb haben wir 2021 die Nachhaltigkeitsstrategie mit der Vision in Kraft gesetzt, die nachhaltigste Siedesalz-Saline der Welt zu werden.

Mit Ihrer Nachhaltigkeitsstrategie wollen Sie zu sechs SDG beitragen. Worauf liegt dabei der Fokus?

Der Fokus liegt ganz klar auf dem strategischen Ziel, bis 2040 klimaneutral zu werden. Dazu müssen wir den Ausstoss von Treibhausgasen, insbesondere von CO2, durch Verbesserungen im Prozess reduzieren. Das bedingt den Einsatz erneuerbarer Energien und klimafreundlicher Materialien sowie Verbesserungen in der Produktion.

Was heisst das konkret?

Eines der sechs SDGs ist «Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen». Dazu haben wir das Projekt «Closed Loop» ins Leben gerufen. Damit wollen wir das für die Salzgewinnung genutzte Wasser künftig in den Kreislauf zurückführen und wiederverwenden. Um das Ziel «Bezahlbare und saubere Energie» zu erreichen, haben wir die Leistung unseres Wasserkraftwerks in Bex ausgebaut. 

In Planung sind aktuell neue Photovoltaikflächen in Schweizerhalle und Riburg. Unser Naturfonds Salzgut leistet einen wichtigen Beitrag zum SDG «Leben an Land». Letztlich ist es ein Bündel an Massnahmen, die zu den unterschiedlichen Zielen beitragen. In unserem Nachhaltigkeitsbericht machen wir diesen Zusammenhang kenntlich, damit klar ist, welches Ziel hinter welcher Massnahme steht.

Mit den Naturfonds salzgut unterstützen die Schweizer Salinen den Naturschutz rund um die Fördergebiete Riburg, Schweizerhalle und Bex.
Photovoltaikanlage Schweizerhalle Schweizer Salinen
Die neue Photovoltaikanlage sorgt für mehr Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit bei den Schweizer Salinen.

Sind die SDGs nicht etwas Abstraktes, das für die Mitarbeitenden im Arbeitsalltag nur schwer zu fassen ist?

Das ist richtig. Deshalb sind wir aufgefordert, diese Ziele auf den Arbeitsalltag herunterzubrechen, so dass jedem Mitarbeitenden klar ist, welches sein Beitrag zur Erreichung der Ziele sein kann. Die SDG-Ziele müssten für die Mitarbeitenden greifbar werden. Dazu braucht es neben den grossen Leitplanken und Zielvorgaben auch ganz konkrete Anweisungen für den Arbeitsalltag. So hat jede Tätigkeit einen direkten Bezug zu den Zielen. 

Was zudem wichtig ist: Indem wir unsere Mitarbeitenden dazu anregen, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen und eigene Ideen einzubringen, wecken wir das Engagement bei jedem Einzelnen, umzudenken und nachhaltiger zu handeln. Auch kleine Massnahmen haben auf Dauer einen grossen Effekt. Unsere Mitarbeitende sind zum Beispiel bei «Bike to Work» sehr engagiert, nutzen den Wasserspender statt PET-Flaschen und bringen sich ein mit hilfreichen Tipps zum Stromsparen im Büro oder zur Verbesserung von Prozessen und zur Ressourcenschonung. Das zeigt: Nachhaltigkeit ist bei vielen Mitarbeitenden bereits im Bewusstsein.

Worin liegen die grössten Herausforderungen bei der Zielerreichung?

Was die Klimaneutralität betrifft, so gibt es für ein Unternehmen nicht DIE Lösung. Wir müssen uns deshalb täglich mit der Frage beschäftigen: Wie können wir die Energieeffizienz verbessern und die Emissionen verringern. Da ist Innovationsgeist gefragt. Es ist wichtig, dass wir Nachhaltigkeit immer in allen Dimensionen – ökonomisch, ökologisch und sozial – betrachten. Diese Vielfalt und die damit verbundene Komplexität fordert uns alle. Damit meine ich: Die gesamte Wertschöpfungskette muss kooperieren. Unsere grossen Hebel zur Emissionsreduktion liegen z.B. in den Bereichen Transport, Verpackungen, Chemikalien und Energie – Schritt für Schritt müssen sich also Lieferanten und Kunden austauschen und an Lösungen arbeiten, um gemeinsam besser zu werden.

Zu diesen sechs Nachhaltigkeitszielen haben sich die Schweizer Salinen verpflichtet:

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Ihre Ansprechpartner

Dr. Urs Ch. Hofmeier

CEO

Tel. +41 61 825 51 51
urs.hofmeier@saline.ch

Carlo Habich

Delegierter für Soleförderung und Nachhaltigkeit

Tel. +41 61 825 51 51
carlo.habich@saline.ch

Benjamin Sutter

Leiter Rohstoffsicherung Kanton AG

Tel. +41 79 770 06 81

Montag bis Donnerstag ganztags

benjamin.sutter@saline.ch

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