Nordfeld Aargau

Das Salz von morgen

Die Schweizer Salinen planen westlich von Wallbach / AG die Erschliessung eines neuen Bohrfeldes. Mit dem Projekt Nordfeld soll die Salzversorgung der Schweiz ab 2026 sichergestellt werden.

Seit über 175 Jahren wird im Fricktal Salz gewonnen. Ein grosser Teil des hier gewonnenen Salzes dient in Form von Auftausalz dem sicheren Strassenverkehr im Winter. Auch die Lebensmittel- und die Pharmaindustrie benötigen grosse Mengen Salz zur Herstellung unzähliger Alltagsprodukte.

Seit 2009 fördern die Schweizer Salinen unterirdisch die Sole (gesättigte Salzlösung) für die Saline Riburg im Gebiet Bäumlihof südwestlich von Möhlin. Nach aktuellen Prognosen liefert dieses Gebiet noch bis ins Jahr 2027 genügend Salz, um gemeinsam mit den beiden anderen Salinen Schweizerhalle und Bex (VD) zuverlässig alle Schweizer Kantone, Gemeinden, Unternehmen und Konsumenten zu versorgen.

Pläne für Transportleitung und neues Bohrfeld

Zur Gewährleistung der Salzversorgung nach 2027 planen die Schweizer Salinen die Erschliessung eines neuen Bohrfelds westlich von Wallbach / AG («Nordfeld»). Dort soll ab ca. 2026 unterirdisch Sole gewonnen werden.

Um die Sole von der Abbaustelle in die Saline Riburg zu befördern, müssen die Schweizer Salinen die bestehende Transportleitung verlängern. Die unterirdische Leitung wird ca. 5,5 km lang sein und hauptsächlich durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet verlaufen. Baubeginn für die Transportleitung ist frühestens im Jahr 2022.

Das Nordfeld soll einen entscheidenden Teil zur nachhaltigen Versorgung der Schweiz mit heimischem Salz für weitere 20 bis 30 Jahre beitragen.

Die Schweizer Salinen planen die Erschliessung eines neuen Bohrfeldes westlich von Wallbach (orange). Ab ca. 2026 soll die dort gewonnene Sole über eine neue Transportleitung (lila) in die Saline Riburg transportiert werden.

Das Nordfeld bleibt so, wie es ist

  • Das Nordfeld bleibt öffentlich. Spaziergänge, Velotouren und Ausritte werden zu jeder Zeit möglich sein. Das Nordfeld bleibt ein Raum für alle, wie das aktuelle Feld Bäumlihof zeigt. Für die Bohrarbeiten werden Schallschutzwände installiert.

  • Das Nordfeld bleibt fruchtbarer Boden. Salzgewinnung und Landwirtschaft laufen seit jeher Hand in Hand. Es bleiben keine sichtbaren Spuren der Salzgewinnung zurück. Das Nordfeld bewahrt seinen Charakter als ertragreiches Kulturland und lebendige Naturfläche.

  • Das Nordfeld bleibt sicher. Die Sicherheit von Mensch und Umwelt hat oberste Priorität. Die Salzgewinnung der Schweizer Salinen erfolgt unter Einhaltung strengster Sicherheitsauflagen und wird laufend überwacht. Der Schutz des Grundwassers sowie die Stabilität des Geländes sind gewährleistet.

Die nächsten Schritte

Gespräche mit Landeigentümern und Naturschutzvereinen

Die unterirdische Entwicklung des Nordfelds für die heimische Solegewinnung ist zurzeit in der Planungsphase. Als Nächstes kontaktieren die Schweizer Salinen die Landeigentümer und Pächter der betroffenen Flächen. Auch suchen die Schweizer Salinen den engen Austausch mit den lokalen Naturschutzvereinen. Die Schweizer Salinen nehmen ihre Verpflichtung ernst, mit möglichst grosser Rücksicht auf die Bedürfnisse von Mensch und Natur vorzugehen. Wie das aktuelle Feld Bäumlihof zeigt, bleibt das zur Solegewinnung genutzte Gebiet für alle zugänglich und bewahrt seinen Charakter als ertragreiches Kulturland und lebendige Naturfläche.

Gemeinden und Anwohnende sind wichtige Partner

Die Schweizer Salinen möchten die umliegenden Gemeinden und deren Bevölkerung transparent über die geplante Solegewinnung informieren. Dies geschieht mittels Newsletter, der in unregelmässigen Abständen in die Haushalte der Gemeinden Möhlin, Rheinfelden, Wallbach und Zeiningen verteilt wird. Wer laufend über den aktuellen Stand der Planung informiert werden möchte, kann sich hier für den E-Mail-Newsletter registrieren.

Geologische Untersuchungen für maximale Sicherheit

Bevor ein Gebiet für die Solegewinnung genutzt werden kann, wird die lokale Geologie detailliert untersucht. In der Vergangenheit haben die Schweizer Salinen bereits verschiedene Abklärungen durchgeführt, dazu gehört auch der Grundwasser-Pumpversuch auf dem Möhliner Feld vom Herbst 2019. In der zweiten Jahreshälfte 2020 sind seismische Messungen im unteren Fricktal für weitere geologische Erkenntnisse im Untergrund vorgesehen. Im Anschluss daran sind zwei Sondierbohrungen an noch festzulegenden Orten geplant. Die gewonnenen Erkenntnisse sind unerlässlich zur Ausarbeitung des detaillierten Projektplans und der Baugesuche für das Nordfeld.

Konzessionsverlängerung und Einholen der Baubewilligungen

Das für die künftige Salzversorgung der Schweiz geplante Nordfeld befindet sich im heute gültigen Konzessionsgebiet des Kantons Aargau. Da die Konzession zur Salzgewinnung 2025 ausläuft, muss vorab der Regierungsrat über eine Verlängerung der Konzession entscheiden. Vorgängig zur Konzessionsverlängerung braucht es eine Anpassung im Richtplan und im kantonalen Nutzungsplan.

Für das Erstellen der Bohrlöcher und den Bau der Soletransportleitung müssen die Schweizer Salinen Bohr- und Baubewilligungen beim Kanton Aargau einholen. Ein wichtiger Bestandteil des Baugesuches ist ein Umweltverträglichkeitsbericht, welcher von einem externen Ingenieurbüro erarbeitet und vom Kanton geprüft wird. Das gesamte Bewilligungsverfahren dauert in der Regel rund zwei Jahre. Somit werden die Schweizer Salinen frühestens 2022 mit den Bauarbeiten der Soletransportleitung und der Erschliessung des Nordfelds mit Pumpstation und Salzbohrungen beginnen können.

Rücksichtnahme beim Bau und bei der Erschliessung des Nordfelds

Die Erschliessung des Bohrfeldes dauert rund zwei Jahre

Die Schweizer Salinen bemühen sich, die temporären Auswirkungen des Leitungsbaus und der Salzbohrungen im Bohrfeld so gering wie möglich zu halten. Die unterirdischen Leitungen werden offen in einer Tiefe von ungefähr 1,5 m verlegt. Je nach Situation wird die Soletransportleitung in die Strassen und Wege oder in das angrenzende Land gelegt. Die Schweizer Salinen achten darauf, die einzelnen Baustellen so kurz wie möglich offen zu halten. Nach dem Verlegen der Leitungen werden die Gräben umgehend wieder verschlossen und renaturiert. Die Bauzeit für die Soletransportleitung in ihrer ganzen Länge wird circa 1,5 Jahre dauern.

Der Bau der Sole-Transportleitung (hier auf dem Möhliner Feld) erfolgt in oder neben bestehenden Wegen. Die Schweizer Salinen achten darauf, die einzelnen Baustellen so kurz wie möglich offen zu halten.

Nach dem Verlegen der Sole-Transportleitung werden die Gräben umgehend wieder verschlossen und renaturiert.

Die Bohrarbeiten zur Erschliessung der Salzvorräte im Nordfeld erfolgen etappenweise. Für das ganze Bohrfeld Nordfeld sind sechs Etappen vorgesehen. Eine Bohretappe, welche voraussichtlich 7 bis 10 Bohrungen umfasst, dauert ungefähr ein Jahr. Die einzelne Bohrung erfolgt während 4 bis 6 Wochen. Dabei verwenden die Schweizer Salinen wirksame Schallschutzwände. Zwischen jeder Etappe liegen jeweils ungefähr drei bis fünf Jahre Pause ohne Bohrtätigkeiten.

Um das über 200 Meter unter der Erde liegende Salzfeld zu erschliessen, bohrt ein mobiles Bohrgerät während ca. 4-6 Wochen langsam in die Tiefe. Dabei installieren die Schweizer Salinen wirksame Schallschutzwände.

20 bis 30 Jahre unterirdische Solegewinnung

Die mehrjährige Phase der Solegewinnung verläuft unterirdisch und geräuschlos. Die Geologen und Ingenieure der Schweizer Salinen sowie beigezogene Fachunternehmen nutzen Verfahren nach neustem Stand der Technik. Der Schutz des Grundwassers sowie die Stabilität des Geländes während und nach der Solelaugung sind so gewährleistet. Die Sole aus dem Nordfeld sollte nach heutigen Erkenntnissen reichen, um die Schweiz für mindestens 20 bis 30 Jahre mit Salz zu versorgen. Bis auf die ungefähr volleyballfeldgrossen Flächen der einzelnen Bohrplätze ist das gesamte Gebiet während dieser Zeit wie bis anhin nutzbar. Nach Abschluss der Solegewinnung werden die Gebiete unter Aufsicht der Behörden sorgfältig rekultiviert und in den ursprünglichen Zustand zurückgeführt.

Nach der Erschliessung des Salzfeldes erfolgt die mehrjährige Phase der Solegewinnung unterirdisch und geräuschlos (wie hier südwestlich von Möhlin). Die Förderplätze, die etwa die Grösse eines Volleyballfeldes haben, können für ökologische Nutzungen verwendet werden.