«Der direkte Bezug von Salz machte die Schweiz unabhängig»

Das Bürgerhaus Pratteln ist seit dem 5. Januar 2020 ein interaktives Museum und ein multikultureller Begegnungsort für Jung und Alt. Die Leiterin und Kuratorin Johanna Schmucki gibt Einblicke in die Ausstellung und erläutert den Bezug zu den Schweizer Salinen.

Wie kommt es, dass im Bürgerhaus Pratteln ein Bohrmeissel der Schweizer Salinen ausgestellt ist?

Am Anfang stand die Frage, was Pratteln von anderen Gemeinden unterscheidet. Unter anderem ist es die ausgeprägte Industriegeschichte, in der die Salzgewinnung eine wichtige Rolle spielt. So hat sich das beauftragte Kuratorenteam vom Atelier Degen+Meili dazu entschieden, das Thema Salz aufzugreifen.

Inwiefern?

Salz ist ein Hauptgrund dafür, dass sich hier so viele Industriebetriebe angesiedelt haben. Der erste Salzfund im Jahr 1836 markierte den Start der Industrialisierung in dieser Gegend. In diesem Jahr hatte Carl Christian Friedrich Glenck das erste Salz auf Muttenzer Boden gefunden. Die Saline gründete er dann aber auf Prattler Boden und nannte den Ort Schweizerhalle, was so viel heisst wie «der Schweizer Ort, wo Salz ist». Der Salzfund war für den jungen Kanton Baselland sehr wichtig, er verlieh ihm einen starken Schub nach vorne. Der direkte Bezug von Salz machte die Schweiz unabhängig von teuren Salzimporten. Deshalb wollten wir Salz in unserer Ausstellung unbedingt thematisieren.

Welche Objekte der Ausstellung nehmen Bezug auf die Schweizer Salinen?

Die zwei Hauptobjekte sind ein Schlagbohrmeissel aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und ein moderner Rollenmeissel, mit denen in den vergangenen 150 Jahren Salz gefördert worden ist. Beide haben wir von den Schweizer Salinen als Leihgabe erhalten. Wir wollten das eigene Salzmuseum der Schweizer Salinen jedoch nicht konkurrenzieren, deshalb ist das Thema im Bürgerhaus eher knappgehalten.

Wie gliedern sich diese Objekte in die restliche Ausstellung des Bürgerhaus Pratteln ein?

Die neue Dauerausstellung beinhaltet drei Themenschwerpunkte: «Die Industrie gibt den Takt an – Industriegeschichte», «In Pratteln zu Hause – Identität und Heimat» und «Streifzug durch 300’000 Jahre – Vorindustrie». Das Museum blickt zurück in die Steinzeit, geht den Spuren der Eptinger nach, schaut in die grossen Fabrikhallen des 20. Jahrhunderts, beleuchtet das Dorfleben und thematisiert Sternstunden und Tiefschläge der Prattler Geschichte. Der Bohrmeissel steht dabei ganz am Start der Ausstellung, auf einem Treppenvorsatz zwischen Foyer und dem ersten Obergeschoss. Die Tafel zum Thema Salzfund bildet den Start der Ausstellung, bevor es zum Thema Industrialisierung geht.

Welche Schritte waren nötig, um die Objekte ausstellen zu können? Wie lief die Installation ab?

Der Schlagbohrmeissel und der Rollenmeissel sind beide aus Gusseisen und ziemlich schwer. Drei Mitarbeiter der Schweizer Salinen haben sie aus dem Depot geholt und er wurde im Peugeot des Kuratorenteams ins Bürgerhaus transportiert. Der Wagen war danach um einiges tiefer gelegt als zuvor!

 

Bürgerhaus Pratteln
Hauptstrasse 29, Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag jeweils 14 – 17 Uhr
www.buergerhaus-pratteln.ch

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