«Herr Schachtler, wie kommt das Auftausalz der Schweizer Salinen in abgelegene Schweizer Bergregionen?»

Die Schweizer Salinen versorgen die gesamte Schweiz zuverlässig und solidarisch mit Salz. Ganz wichtig dabei: Der Transport von Auftausalz muss effizient und pünktlich erfolgen – auch in abgelegene Bergregionen. Peter Schachtler, Leiter des Supply Chain Management & Services, erklärt, wie das funktioniert.

Peter Schachtler ist Leiter Supply Chain Management & Services.

Herr Schachtler, was sind die grössten logistischen Herausforderungen bei den Schweizer Salinen?

Wie die letzten beiden Jahre deutlich gezeigt haben, sind wir im Bereich des Auftausalzes mit grossen Bedarfsschwankungen konfrontiert. So lieferten die Salinen im Januar 2020 rund 10‘000 Tonnen Auftausalz aus, während im Januar 2021 113‘000 Tonnen ausgeliefert wurden – also rund 100‘000 Tonnen mehr. Diese Schwankungen verlangen von unserer Logistik ein schnelles und flexibles Reagieren. Dies erreichen wir nur mit guter Zusammenarbeit innerhalb der verschiedenen Abteilungen, effizienter Absprache und Flexibilität der Mitarbeitenden.

Wie können Sie auf solche Schwankungen in der Nachfrage reagieren?

Wir haben ein dreistufiges Lagerkonzept: Die Schweizer Salinen Schweizerhalle, Riburg und Bex verfügen ab Oktober in ihrem strategischen Lager über Lagerkapazitäten von rund 250‘000 Tonnen Auftausalz. Zusätzlich befüllen die Kantone, Städte und Gemeinden ihre regionalen Hallen und lokalen Taufix-Silos in den Sommermonaten mit rund 150‘000 Tonnen Auftausalz. Unser Ziel ist es, dass jeweils anfangs Oktober insgesamt 400‘000 Tonnen Auftausalz vorrätig sind. So sind wir optimal auf einen strengen Winter vorbereitet und können flexibel und rasch auf die wetterbedingten Bedarfsschwankungen reagieren.

Und wie funktioniert die Auslieferung von Auftausalz während einem besonders strengen Wintermonat?

Während den Spitzentagen im Januar 2021 haben wir ab Standort Riburg rund 340 Verladungen pro Tag auf die Bahn und die LKWs durchgeführt. Das entspricht ca. 8‘000 Tonnen Auftausalz. Dazu braucht es eine effiziente Organisation von allen Seiten. Deshalb treffen wir uns intern einmal wöchentlich oder bei Bedarf täglich mit Mitgliedern aus den Abteilungen Kundenservicecenter, Produktion, Einkauf, Logistik & Spedition und Marketing/Verkauf & Tourismus, um sicherzustellen, dass die ganze Lieferkette aufeinander abgestimmt ist.

Wie stellen Sie sicher, dass das Auftausalz pünktlich in allen Regionen der Schweiz ankommt?

Wir haben unsere Logistikabläufe so optimiert, dass wir auch Orte wie beispielsweise Samedan in Graubünden problemlos beliefern können. Der Ablauf sieht dabei so aus: Die Silocontainer werden in Riburg mit Auftausalz gefüllt und verlassen um 17 Uhr via Bahn Riburg in Richtung Basel. Von dort aus geht es nach Landquart, wo die Container auf die Rhätische Bahn umgeladen werden. Sobald die Container am Umschlagterminal in Samedan angekommen sind, übernehmen LKWs den Transport zu den diversen Taufix-Silos.   

Das Auftausalz wird mit dem Zug in den Kanton Graubünden transportiert.

Wie lange dauert es also, bis das Auftausalz vor Ort ist?

Bei dem genannten Beispiel ist das Auftausalz innerhalb zweier Tage am Zielort. Dank der langen und guten Zusammenarbeit mit der SBB, der Rhätischen Bahn und den LKW-Partnerfirmen können wir jederzeit zuverlässig und flexibel liefern.

Und trotz des logistischen Mehraufwands kostet das Auftausalz in Samedan gleich viel wie in Liestal?

Das ist so. Eine Tonne Auftausalz kostet schweizweit gleich viel, egal ob der Transport zwei Stunden oder zwölf Stunden dauert. Mit diesen fixen Preisen wird die Solidarität mit den Randregionen gesamtschweizerisch unterstützt.

Das letzte Stück der Reise legt das Auftausalz per LKW zurück.

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Ihre Ansprechpartner

Dr. Urs Ch. Hofmeier

Geschäftsführer

Tel. +41 61 825 51 51
urs.hofmeier@saline.ch

Carlo Habich

Delegierter für Soleförderung und Nachhaltigkeit

Tel. +41 61 825 51 51
carlo.habich@saline.ch

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