Seit Anfang 2026 ist Stefan Schenker CEO der Schweizer Salinen. Im Interview spricht er über seine ersten Eindrücke, die strategischen Prioritäten und darüber, wie sich das Unternehmen für die zukünftige Salzversorgung der Schweiz aufstellt.
Stefan Schenker, Sie sind seit Anfang 2026 CEO der Schweizer Salinen. Was sind Ihre ersten Eindrücke?
Die Schweizer Salinen sind ein faszinierendes, vielfältiges und in vielerlei Hinsicht einzigartiges Unternehmen. Es gibt kaum ein zweites Schweizer Unternehmen mit einer vergleichbaren Wertschöpfungstiefe, von der Rohstoffgewinnung bis zum fertigen Konsumprodukt, welches in jeder Schweizer Küche seinen Platz findet.
Als Normalverbraucher streuen wir uns eine Prise Salz auf unser Frühstücks-Ei und machen uns beim Verspeisen kaum Gedanken dazu, wie unser Schweizer Salz gewonnen wird. Überrascht hat mich deshalb, mit welch ausgeklügelten und professionellen Methoden wir heute das Salz aus den Lagerstätten herausholen und wie wir systematisch kontrollieren, was 200 Meter tief im Boden unten vor sich geht.
Was ist Ihnen persönlich besonders wichtig in Ihrer neuen Rolle – und wie wirkt sich das im Alltag aus?
Mir ist wichtig, dass wir unsere ausgezeichnete offene Unternehmenskultur weiter pflegen und eine attraktive Arbeitgeberin bleiben. Ich möchte, dass unsere Mitarbeitenden mit Freude zur Arbeit kommen und dass wir als Team zusammenstehen. Es geht aber auch darum, dass wir leistungsfähig und eine lernende Organisation bleiben. Wir wollen Gutes noch besser machen. Dies fördert die Innovationskraft des Unternehmens und hält uns fit sowie agil für die Zukunft.
Welche Themen möchten Sie bei den Schweizer Salinen besonders voranbringen?
An oberster Stelle steht unser Versorgungsauftrag. Deshalb sind die Rohstoffsicherung und der Bau der neuen Saline unsere grössten und wichtigsten Vorhaben. Wir müssen unsere bestehenden Anlagen einsatzfähig halten und das operative Geschäft sicherstellen. Daneben verfolgen wir weitere Schwerpunkte in der Digitalisierung, in der Innovation und in der Operational Excellence aller Bereiche.
Welche Werte und Faktoren sind in den kommenden Jahren besonders wichtig für den Erfolg und die Entwicklung der Schweizer Salinen?
Innerhalb des Unternehmens wird es entscheidend sein, dass wir alle den Anspruch haben uns stetig zu verbessern, in allen Bereichen Bekanntes zu hinterfragen, und gemeinsam im Team Fortschritte erzielen. Wir haben eine grosse Transformationsphase zu meistern, um das Unternehmen auf die nächsten 50 Jahre Salzversorgung auszurichten. Im Dialog mit dem Umfeld wollen wir transparent über die Rohstoffgewinnung und Salzproduktion in der Schweiz informieren und die Gesellschaft auf eine spannende Reise mitnehmen. Wir wollen zuhören, Anliegen ernst nehmen und lösungsorientiert vorangehen. Nur so können wir langfristig unserem Versorgungsauftrag gerecht werden.
Welche Bedeutung hat Salz für Sie?
Salz bedeutet Leben! Salz ist lebensnotwendig für den menschlichen Körper, für unsere Ernährung und unser Wohlbefinden. Und es ist unabdingbar für das Funktionieren unserer Infrastruktur und unserer Verkehrswege, also für die Lebensadern unserer Wirtschaft. Die Schweizer Salinen sind ein systemrelevantes Unternehmen. Sie erfüllen mit der sicheren, solidarischen und nachhaltigen Salzversorgung einen essenziellen Auftrag für die Schweiz. Mich persönlich begeistert vor allem die Vielfältigkeit unserer Tätigkeit: vom Lösungsbergbau über die industrielle Verarbeitung, die Vermarktung, bis hin zum Tourismus-Betrieb.

