Zwischen 2025 und 2030 schafft Pro Natura Baselland einen artenreichen Lebensraum unter den Stromleitungen in Liesberg (BL) und Grindel (SO). Unterstützt wird das Projekt vom Naturfonds salzgut der Schweizer Salinen.
Wo Stromleitungen durch den Wald führen, entsteht eine sogenannte Niederhaltezone: Ein Bereich, in dem aus Sicherheitsgründen keine Bäume wachsen dürfen. Heute wird diese Zone meist alle fünf bis zehn Jahre mit der Motorsäge gerodet. Zurück bleibt ein dichtes Gestrüpp aus Hasel, Hartriegel und invasiver Brombeere. Für die Biodiversität bringt das wenig. Dabei könnte die lineare Struktur genau das sein, was der Landschaft fehlt: eine artenreiche Verbindungsachse zwischen wertvollen Wiesen und Weiden.
Ein Pilotprojekt mit Vorbildcharakter
Ein solches Projekt wird derzeit in Liesberg (BL) und Grindel (SO) umgesetzt. Der Naturfonds salzgut der Schweizer Salinen unterstützt die ökologische Aufwertung einer Stromtrasse. Das Projekt wurde von Pro Natura Baselland gemeinsam mit der BKW Power Grid initiiert. Ziel ist es, die bestehende Schneise aufzuwerten und langfristig biodiversitätsfördernd zu bewirtschaften.
Dass Potenzial vorhanden ist, zeigt sich bereits heute. Die zuständigen Revierförster leisten seit Jahren Pionierarbeit und haben bereits Teile der Trasse aufgelichtet. Der Unterschied ist sichtbar. «Es ist erstaunlich, wie schnell sich ein blütenreicher Krautsaum einstellt und die Insektendichte zunimmt», sagt Meret Halter, Biologin und Projektleiterin bei Pro Natura. Liesberg ist eines der ersten Pilotprojekte mit dem Ziel, das ökologische Trassenmanagement langfristig in den regulären Unterhalt des Energieunternehmens zu überführen.
Aktuell wird mit den letzten gezielten Fällungen die Grundlage für die ökologische Aufwertung geschaffen. Dabei wird der Wald so gestaltet, dass unter der Leitung eine mähbare, blütenreiche Krautschicht entstehen kann. Gleichzeitig werden die angrenzenden Waldränder gestuft aufgebaut mit Krautsaum, Strauchgürtel und lichten Baumbeständen.
Vielfältige Massnahmen für mehr Biodiversität
Ergänzt werden diese Flächen durch Kleinstrukturen wie Ast- und Steinhaufen oder stehendes Totholz. Sie schaffen zusätzliche Nischen für Insekten, Reptilien und andere Arten.
Das Projekt verfolgt mehrere Ziele: Es schafft neue Lebensräume, verbindet bestehende Naturschutzflächen und verbessert das Landschaftsbild. Davon profitieren unter anderem Reptilien wie die Zauneidechse sowie zahlreiche Insektenarten, die auf blütenreiche Lebensräume angewiesen sind. Gleichzeitig bleibt die Sicherheit der Stromleitung jederzeit gewährleistet.
Für Meret Halter ist es ein besonderes Projekt: «Es ist eine echte Win-Win-Win-Situation, in der sowohl die Förster als auch der Naturschutz und das Energieunternehmen profitieren. Ich bin gespannt, ob sich die Idee auch an anderen Orten in der Schweiz durchsetzen wird.»
Über den Naturfonds salzgut
Der Naturfonds salzgut der Schweizer Salinen unterstützt Projekte in den Bereichen der Biodiversitätsförderung und Umweltbildung. Im Fokus stehen lokale Projekte in den Gemeinden, in denen die Schweizer Salinen heimisches Salz gewinnen. Weitere Informationen zu Projekten und zum Naturfonds sind unter www.salzgut.ch verfügbar.

