Maisprach: Ein Paradies für Rotkopfwürger und Glögglifrosch

In der Gemeinde Maisprach (BL) entsteht ein abwechslungsreiches Mosaik an unterschiedlichen und miteinander vernetzten Lebensräumen. Der Verein «Vernetzte Vielfalt Maisprach» setzt sich mit viel Herzblut für eine lebendige Vielfalt und lebenswerte Landschaften ein.

Mit der Unterstützung des Naturfonds salzgut der Schweizer Salinen wurden drei Projekte umgesetzt, die in Maisprach zur ökologischen Aufwertung von Obstbaumgärten beitragen und neue Feuchtlebensräume schaffen. So entstehen wertvolle Lebensräume für besondere Vogel-, Insekten-, Amphibien-, und Pflanzenarten.

Blütenreiche und farbenfrohe Spenderwiesen für die Obstgärten im Zalgarten: Bald erblühen auch die aufgewerteten Wiesenflächen in Maisprach in dieser Pracht.

Neuntöter, Rotkopfwürger oder Gartenrotschwanz: Diese Vögel sind so besonders, wie ihre Namen klingen und sie sind in der Schweiz immer seltener zu finden. Sie sind typische Bewohner strukturreicher, offener Lebensräume und bevorzugen extensiv genutzte Kulturlandschaften mit einem reichhaltigen Nahrungsangebot an verschiedenen Insekten. Die Insektenvielfalt ist umso höher, je arten-, blüten- und strukturreicher die Wiesen sind – denn nur so findet jedes Insekt die passenden Pflanzen und Blüten, die es als Nahrung benötigt, wo es Eier ablegt und sich verpuppen kann. Zur Förderung dieser und weiterer Arten wurden rund 18 Aren artenreiche Blumenwiesen in Obstbaumgärten und 200 Meter dornenreiche Hecken geschaffen. Hinzu kommen Asthaufen, Steinhaufen und Nisthilfen – kleine, aber wichtige Lebensräume für unzählige Arten.

Nährstoffarme Böden für artenreiche Wiesen

Intensive Landwirtschaft mit Mist und Dünger hat viele Wiesen zwar nährstoffreich, aber damit auch artenarm gemacht. «Für die Anlage artenreicher Blumenwiesen reicht eine einfache Ansaat aufgrund des Nährstoffreichtums im Boden oft nicht aus», erläutert Jessica Baumgartner vom Verein «Vernetzte Vielfalt Maisprach». 

Diese artenreiche Wiese in Zuzgen (AG) diente als Spenderwiese für die Obstgärten in Maisprach. Hier wird die Fläche stellenweise geschnitten, das noch feuchte Schnittgut aufgeladen und zur neuen Ansaatfläche transportiert.

In Maisprach wurde darum in bestehenden Obstgärten auf Teilflächen die oberste Schicht des Bodens entfernt, damit das Ausgangssubstrat für die Neuansaat magerer ist und bessere Bedingungen zum Gedeihen der verschiedenen Blumenarten bietet. Die Ansaat erfolgte mit lokalem Schnittgut sowie mit handgesammeltem Saatgut aus artenreichen Spenderwiesen.

Den Glögglifrosch unterstützen 

Zur Förderung des Glögglifrosches wurden zudem Massnahmen aus dem «Vernetzungskonzept Geburtshelferkröte» umgesetzt. Aus einer unterirdischen Drainageleitung ist ein strukturreiches Bachbett mit kleinen Stufen, einer hochstaudenreichen Ufervegetation und einem Kleinstgewässer entstanden. Zusätzlich wurde eine Kette mit mehreren neuen Gewässern angelegt, die sich über das Gemeindegebiet verteilen. Es sind wichtige Trittsteine auf der Wanderschaft des stark gefährdeten Glögglifrosches sowie wertvolle Lebensräume für weitere Tier- und Pflanzenarten.

Neu findet der Glögglifrosch auf seiner Wanderschaft im Zalgarten wertvolle Unterschlupfmöglichkeiten.

Hand in Hand mit der Landwirtschaft

Vor der Umsetzung mussten als erstes die Landeigentümerinnen und Landeigentümer für die Projekte gewonnen werden. Christoph Schaub, als «Pionier der ersten Stunde» ist seit den 1980er-Jahren im Präsidium des Vereins «Vernetzte Vielfalt Maisprach» aktiv, in der Gemeinde gut vernetzt und kennt viele der Bauern und Bäuerinnen persönlich. Er konnte diese davon überzeugen, dass mit der Förderung der Biodiversität eine Win-Win-Situation für Mensch und Natur entsteht. Die aufgewerteten Flächen können nun als Biodiversitätsförderflächen angemeldet werden.

Über den Naturfonds salzgut

Der Naturfonds salzgut der Schweizer Salinen unterstützt Projekte in den Bereichen der Biodiversitätsförderung und Umweltbildung. Im Fokus stehen lokale Projekte in den Gemeinden, in denen die Schweizer Salinen heimisches Salz gewinnen. Weitere Informationen zu Projekten und zum Naturfonds sind unter www.salzgut.ch verfügbar.

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andreas.kuehni@saline.ch

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