Die aktuelle Förderrunde des Naturfonds salzgut setzt ein starkes Zeichen für den Naturschutz in den Salzabbaugemeinden und -regionen. Ein besonderer Schwerpunkt dieser Runde liegt auf Massnahmen für die Amphibien. Ihre Lebensräume sind vielerorts unter Druck und benötigen gezielte Aufwertung und Vernetzung.
Amphibien spielen eine zentrale Rolle in unseren Ökosystemen. Sie leben im Wasser und an Land und stabilisieren das Ökosystem: Sie regulieren Insektenbestände und dienen selbst vielen Tieren als Nahrung. Gleichzeitig reagieren Amphibien sehr empfindlich auf Umweltveränderungen, weshalb sie als verlässliche Bioindikatoren für die Qualität von Gewässern und Landschaften gelten. Ihr Schutz stärkt nicht nur einzelne Arten, sondern die ökologische Gesundheit ganzer Regionen.
Der Naturfonds salzgut unterstützt bisher in seinen Abbauregionen 38 Projekte im Bereich Gewässer. In der aktuellen Runde werden insgesamt zehn neue Projekte gefördert, vier davon im Bereich Gewässer.
In der Schweiz stehen sämtliche einheimischen Amphibienarten unter Schutz. Dennoch zeigte bereits die Rote Liste von 2005 einen drastischen Rückgang: Seit Mitte der 1980er‑Jahre waren bei vielen Arten fast die Hälfte der bekannten Bestände verschwunden. Dieser Rückgang lässt sich durch die Zerschneidung der Lebensräume durch Verkehrswege und Entwässerungssysteme erklären. Zudem fehlt es den Amphibienarten zunehmend an geeigneten Tümpeln, Teichen und Weihern zum Laichen.
Fokus der salzgut-Gewässerprojekte ist ein vernetzter Wasserbau, Schaffung von Kleinstrukturen im Wasserlauf, Anlage von Weihern, Teichen und Tümpeln, Schaffung von Überschwemmungsgebieten und Wässermatten, sowie die Ausdolung und Renaturierung von Gewässern.
149 unterstützte Projekte aus 217 Gesuchen
Seit dem Start von salzgut im Jahr 2020 wurden insgesamt 217 Gesuche eingereicht. Davon hat der Expertenrat 149 Projekte in der Nordwestschweiz und in der Region Bex mit Fördermitteln in Höhe von rund CHF 3.6 Mio. bewilligt.
Die 10 neuen Projekte der aktuellen 13. Förderrunde verteilen sich über alle Handlungsfelder des Naturfonds salzgut. Folgende Projekte hat der Expertenrat in der Förderrunde Ende März 2026 bewilligt:
Wald
- Wald-Feuchtstandorte im Lachentäli (BL): Im Engetal / Lachentäli wird durch die Bürgergemeinde Muttenz und das Forstrevier Schauenburg auf rund 10 Hektar Wald ein Mosaik vielfältiger Feuchtlebensräume aufgewertet und neu geschaffen. Ziel ist die Förderung von Amphibien, Reptilien und Insekten sowie die Vernetzung mit dem angrenzenden, trockenwarmen Steinbruch Chlosterköpfli.
Gewässer
- Amphibien des Forstreviers Schauenburg (BL): Das Forstrevier Schauenburg plant in den Gemeinden Muttenz, Pratteln und Frenkendorf eine gemeindeübergreifende Förderung von Amphibien. Diese soll zur Stärkung und Vernetzung der bestehenden, isolierten Habitate und damit der Populationen führen.
- Vernetzung der Glögglifrösche im Ergolztal (BL): Der Natur- und Vogelschutzverein Rothenfluh – Anwil-Oltigen NUVRAO erweitert das bestehende Weiher-Netzwerk in Rothenfluh und Anwil mit drei weiteren Gewässern. Zwei davon werden wegen undichten und verlandeten Stellen saniert. Der dritte Weiher wird komplett neugebaut.
- Ausdolung Wyssenbächli beim Judenweiher (AG): Zu seinem 100-jährigen Bestehen saniert der Naturschutzverein Rheinfelden in Zusammenarbeit mit dem Kanton Aargau die Judenweiher und deren Umgebung. Der Naturschutzverein Rheinfelden übernimmt als Trägerschaft die Offenlegung eines 70 Meter langen Baches, der aktuell unterirdisch aus einem der Weiher entspringt. Zudem wertet er eine ans Naturschutzgebiet angrenzende Fläche auf.
- Glögglifrösche im Weiher Scheibenstand (BL): Die Population des Glögglifroschs in Ziefen ist geschwächt, weil der bestehende Weiher beim Scheibenstand stark verlandet ist und kaum noch offene Wasserflächen aufweist. Dadurch fehlen geeignete, ausreichend tiefe Laichgewässer, die weder austrocknen noch im Winter durchfrieren. Der Naturschutzverein Ziefen nimmt sich der Sanierung und Vergrösserung des Weihers an.
Kulturland
- Naturoase in der Kiesgrube Chis (AG): BirdLife Schweiz und BirdLife Aargau schaffen in der Kiesgrube Chis vielfältigen Lebensraum, der bedrohten Amphibien-, Vogel- und Pflanzenarten wieder passende Bedingungen bietet. Dank Weihern, Brachen, extensiver Weiden und artenreichen Äckern entsteht ein Gebiet, das die regionale Vernetzung stärkt und auch zeigt, wie Naturschutz und Landwirtschaft zusammen funktionieren können.
- Uraltbäume: Alte Riesen und lebendige Vielfalt sichern (BL und SO): Uraltbäume sind als Biotop- oder Habitatbäume artenreiche Strukturen unserer Kulturlandschaft. Mit dem Projekt der Bürgergemeinde Kleinlützel und der Burgerkorporation Liesberg und Roggenburg sollen solche alten Riesen – insbesondere Eichen – im Offenland und in Waldrandbereichen erhalten und gefördert werden.
Siedlungsraum
- Lebendige Nacht: Fledermäuse in den beiden Basel (BL und BS): Ziel des Projekts «Lebendige Nacht» des Vereins StadtNatur ist, die Bevölkerung in der Region Basel für Fledermäuse zu sensibilisieren, ihre Lebensräume zu fördern und Empfehlungen für den Schutz dieser faszinierenden Tiere zu entwickeln. Dafür wird ein Citizen-Science Projekt lanciert: Freiwillige machen Ultraschallaufnahmen von Fledermäusen und bereiten die ausgewerteten Daten in interaktiven Karten, Bericht und Kurzfilm auf.
Umweltbildung
- Auf den Spuren der Waldameisen (BL): Das Projekt von BirdLife Baselland sensibilisiert die Bevölkerung für die Bedeutung und den Schutz der Waldameisen . Die Waldtage bieten dafür eine ideale Plattform: Rund 20’000 Besucherinnen und Besucher, darunter etwa 100 Schulklassen, nutzten das Angebot bereits im Jahr 2023. Nun werden die Waldtage dank dem Projekt gezielt mit dem Thema Biodiversität ergänzt.
- Draussenschule Muttenz (BL): Das Pilotprojekt „Draussen unterrichten“ der Schule Muttenz etabliert in Zusammenarbeit mit einem naturpädagogischen Team regelmässige Unterrichtseinheiten im Wald. Dafür steht im Gebiet Rütihard ein eingerichtetes Waldschulzimmer mit einem Materialdepot für Werkzeuge, Forschungsmaterialien und Unterrichtsmittel zur Verfügung. Das Projekt schafft für Kinder und Jugendliche einen unmittelbaren Zugang zur Natur und verankert Lernen in Naturlebensräumen statt ausschliesslich im Klassenzimmer.
Über den Naturfonds salzgut
Der Naturfonds salzgut der Schweizer Salinen unterstützt Projekte in den Bereichen Natur- und Landschaftsschutz sowie Biodiversitätsförderung. Er leistet damit einen Beitrag zur Pflege der natürlichen Lebensgrundlagen und des Umweltbewusstseins der Bevölkerung. Im Fokus stehen lokale Projekte in den Gemeinden, in denen die Schweizer Salinen heimisches Salz gewinnen. Mit dem Naturfonds salzgut wollen sich die Schweizer Salinen im Namen aller Kantone bei den jeweiligen Gemeinden und Regionen bedanken, welche die verlässliche und solidarische Salzversorgung der Schweiz ermöglichen.

