Einmal im Jahr organisiert der Naturfonds salzgut der Schweizer Salinen eine Exkursion zu Biodiversitätsprojekten. Dieses Jahr führte sie zu drei Projekten in die Region rund um Möhlin und Zeiningen im Kanton Aargau.
Am sechsten Anlass ‘salzgut am Ort’ nutzten rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, Wissen und Erfahrung auszutauschen und voneinander zu lernen. Eingeladen waren Mitwirkende verschiedener Förderprojekte, Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, Naturschutzorganisationen, der Schweizer Salinen AG und des Expertenrats des Naturfonds salzgut.
Achtsam und naturnah unterwegs in Möhlin
Die erste von drei Stationen war das Wohn- und Pflegezentrum (WPZ) Stadelbach in Möhlin. Die Pflege von Beziehungen steht hier im Vordergrund – nicht nur zu den Bewohnenden, sondern auch zur Natur, wie Marion Wegner-Hänggi (Co-Leiterin des Wohn- und Pflegezentrums) berichtete. Seit dem Jahr 2023 wurde der umgebende Aussenraum zunehmend naturnah und ökologisch umgestaltet, Mager- und Blühwiesen eingesät, Totholzstrukturen sowie weitere Kleinstrukturen angelegt, wie zum Beispiel eine Igelkuppe.
Die Bewohnerinnen und Bewohner profitieren in ihrer unmittelbaren Wohnumgebung von dieser kleinen Naturoase. Sie bietet ein umfangreiches Erlebnis für alle Sinne, was die Gesundheit fördert und eine Steigerung der Lebens- und Arbeitsqualität mit sich bringt.
Die Erhaltung der blüten-, arten- und strukturreichen Grünflächen erfordert aber auch ein Umdenken bei den Unterhaltsarbeiten. So sind Pflegeeingriffe viel kleinräumiger und entsprechend den Ansprüchen spezifischer Pflanzenarten durchzuführen.
Schwalben, Kreuzkröten und eine einzigartige Partnerschaft
Der zweite Halt führte zu einem Projekt zur Förderung der seltenen Uferschwalben und Kreuzkröten in Zeiningen in der ehemaligen Kiesgrube Chis. Anfang 2025 ist dort eine schweizweit einzigartige Partnerschaft zwischen BirdLife Schweiz, BirdLife Aargau und der Holcim Kies und Beton AG entstanden. Gemeinsam setzen sie auf dem Gelände in Zeiningen ein umfassendes Naturschutzprojekt auf 6.8 ha Fläche um. Das Projekt steht noch am Anfang und ist kein Förderprojekt des Naturfonds. Es liegt in der direkten Nachbarschaft zum salzgut-Projekt «Biodiversität im Melerfeld» und ein Besuch zur Förderung des Wissensaustausches lag auf der Hand.
Wie die Initianten des Projektes, Markus Kasper vom Natur- und Vogelschutz Möhlin und Lukas Merkelbach, Vertreter von BirdLife Schweiz und BirdLife Aargau erläutern, fand die Uferschwalbe bereits früher in den steilen Sandwänden der Kiesgrube Lebensraum. Nach dem Auffüllen der Grube wird seit 10 Jahren ein Sandberg als Ersatzlebensraum angeboten. Dieser wird in Kürze saniert und mit einer neuen Uferschwalbenwand ergänzt.
Auch für die stark gefährdete Kreuzkröte wird Lebensraum geschaffen: Geplant ist eine Weiheranlage mit vier grossen ablassbaren Weihern von je 400 bis 600m2 Fläche. Damit soll der Standort bei erfolgreicher Besiedelung zukünftig als Zentrum und damit als Quellstandort für die weitere Ausbreitung der Art dienen.
Rund um die Weiher wird eine extensive Rinderweide auf rund 3.5 ha eingerichtet. Die andere Hälfte des Areals wird als Acker ökologisch bewirtschaftet. Hier werden zahlreiche biodiversitätsfördernde Kulturen, wie Brachen und Gründünungsflächen angelegt, die alle wertvolle Nahrung und Versteckmöglichkeiten für Vögel und viele andere Tiere bieten. Dazu entstehen Ruderalflächen sowie weitere struktur- und artenreiche Lebensräume.
Eine Sägerei, der Biber…
Der letzte Halt der Exkursion von ‘salzgut am Ort’ führte an den Rand der Sägerei Schafroth in Zeiningen. Dort befindet sich ein kleines Naturparadies. Mit viel Liebe zur Natur wurde das Gelände des Familienbetriebes schon seit den 1980er-Jahren mehrfach ökologisch aufgewertet: Ein Tümpel wurde angelegt, seltene Baumarten gepflanzt sowie eine Streuobstwiese und Wildhecke angelegt. Der Biber fühlt sich hier schon seit längerem wohl.
Seit 2024 hat Pro Natura Aargau für weitere Biodiversitätsmassnahmen die Trägerschaft übernommen, welche auch durch salzgut unterstützt werden. So wurde bereits der Entlastungskanal des Sagikanals freigelegt und revitalisiert, welcher bislang in einem unterirdischen Rohr durch die Fläche floss. Sanft mäandriert er jetzt frei durch die Fläche und wird von verschiedenen Kleinstrukturen gesäumt, die Lebensraum für verschiedene Tierarten bieten.
…und die Gestreifte Sumpfgrille
Die hauptsächlich im Tessin und Südeuropa beheimatete und vom Aussterben bedrohte Gestreifte Sumpfgrille fand hier bereits vor den Aufwertungsmassahmen einen geeigneten Lebensraum. Florin Rutschmann von Pro Natura Aargau wies diese Art bereits 2024 mittels ihres unverwechselbaren Gesangs nach. Auf der Exkursion konnte er einzelne Jungtiere zeigen. Ein zusätzlicher Weiher wurde insbesondere für die Geburtshelferkröte angelegt und eine Eisvogelwand ist in Planung.
Über den Naturfonds salzgut
Der Naturfonds salzgut der Schweizer Salinen unterstützt Projekte in den Bereichen der Biodiversitätsförderung und Umweltbildung. Im Fokus stehen lokale Projekte in den Gemeinden, in denen die Schweizer Salinen heimisches Salz gewinnen. Weitere Informationen zu Projekten und zum Naturfonds sind unter www.salzgut.ch verfügbar.

