salzgut am Ort: Biodiversität in Aktion

Biodiversität lebt von Vernetzung – auch unter den beteiligten Akteurinnen und Akteuren. Einmal im Jahr besucht der Naturfonds salzgut der Schweizer Salinen darum mit Gästen Biodiversitätsprojekte in der Nähe der Salzabbaugebiete. Dieses Jahr führte «salzgut am Ort» nach Rothenfluh (BL) und Wegenstetten (AG). Mehr als 30 Personen nahmen an der Exkursion teil.

Die Efeubäume sind wichtige Trittsteinbiotope. Am Stammfuss ergänzen Totholz- und Steinstrukturen das Lebensraumangebot.

Lebendige und erfolgreiche Naturschutzarbeit in Rothenfluh

Die erste Station von «salzgut am Ort» war das Gemeindegebiet von Rothenfluh. Dort prägt der Natur- und Vogelschutzverein Rothenfluh – Anwil – Oltingen (NUVRAO)  seit Jahrzehnten das Landschaftsbild und die ökologische Qualität. Der Naturfonds salzgut unterstützt in der Baselbieter Gemeinde verschiedene Teilprojekte.

Im Mittelpunkt der Exkursion stand das Naturschutzgebiet Hohlwingen. Es ist das Herzstück der Vereinsarbeit und wird seit den Achtzigerjahren gezielt gestaltet und gepflegt. Besonders beeindruckend sind die Efeubäume. Sie thronen in der Landschaft und sind wichtige Trittsteinbiotope. Die absterbenden Trägerbäume werden mit speziellen Gerüsten gestützt, damit sie für viele weitere Jahre erhalten bleiben. Der Nutzen geht dabei weit über das Landschaftsbild hinaus: Das verbleibende Totholz bietet Lebensraum für Amphibien, Reptilien und Insekten. Der Efeu mit seiner späten Blüte im Spätsommer ist eine wichtige Nahrungsquelle.

Neben den geförderten Projekten regten auch weitere Beispiele der Vereinsarbeit zum Austausch an, zum Beispiel freigelegte Bachstrukturen für Feuersalamander und Glögglifrosch, Magerwiesen sowie gepflegte Hecken und Waldränder.

Auf dem Weg zu Auf besonderen Magerstandorten und botanischen Raritäten.

Für Marlén Gubsch, Leiterin der Geschäftsstelle des Naturfonds salzgut, ist Rothenfluh ein eindrückliches Beispiel, wie wirksamer Naturschutz langfristig gelingen kann. Der Naturfonds achtet darauf, dass seine Mittel zweckgebunden und wirkungsvoll für Massnahmen der Biodiversitätsförderung und Umweltbildung eingesetzt werden.

«Entscheidend für den Erfolg solcher Projekte sind jedoch die Menschen dahinter, die ihre Begeisterung für die Natur mit Fachwissen, Ausdauer und grossem Engagement in konkrete Projekte umsetzen – und auch ihre Fähigkeit, andere für die Natur zu begeistern», sagt Marlén Gubsch. Durch aktive Kommunikation und starke Verankerung im Dorfleben ist heute jede achte einwohnende Person Mitglied des Vereins.

Ein farbenfrohes Wildbienenparadies auf dem Friedhofsareal

Die zweite Station der Projektbesichtigung führte in die Gemeinde Wegenstetten. Sie ist Teil des Kantonalen Artenförderprogramms für erdnistende Wildbienen. Wegenstetten hat für diese Insekten auf dem Friedhofareal geeignete Lebensräume geschaffen und stellt deren langfristigen Unterhalt sicher.

Neben offenen Bodenstellen sowie Stein- und Totholzstrukturen wurden auch eine Magerwiese eingesät und Wildstauden gepflanzt. Eine stabile Wildbienenpopulation ist auf blütenreiche Lebensräume und ein kontinuierliches Blütenangebot angewiesen. Mehrere 1’000 Blüten pro Population sind je nach Art als Nahrungsquelle nötig, um die eigene Brut erfolgreich aufzuziehen. Hinzu kommt, dass circa 50 Prozent der heimischen Wildbienenarten hochspezialisiert auf einzelne Pflanzenarten angewiesen sind. Mit dem artenreichen Blütenangebot und unterschiedlichen Niststrukturen wird eine Vielzahl Wildbienenarten gleichzeitig gefördert.

Austausch unter den Akteuren ist zentral

«Die jährliche Exkursion ist ein wichtiger Pfeiler unserer Arbeit geworden. Sie bringt engagierte Akteurinnen und Akteure aus der ganzen Region zusammen, fördert den fachlichen Austausch vor Ort und schafft Raum für gegenseitiges Lernen», sagt Marlén Gubsch. Der Anlass ist eine Inspirationsquelle für die Weiterentwicklung der eigenen Projektideen. Auch den informellen Austausch beim abschliessenden Apéro schätzen die Teilnehmenden sehr.

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