Die Salzminen von Bex präsentieren seit Anfang Juni 2026 ein rundum erneuertes Besuchserlebnis. Claudio Sostizzo ist Standortleiter in Bex. Er erzählt im Interview von seinem Lieblingsraum – und warum er bei jedem Rundgang selbst die Rutschbahn nimmt.
Claudio, die Mines de Sel de Bex präsentieren ein neues Besuchserlebnis. Was ist Dein persönliches Highlight des neuen Rundgangs?
Wie schön das Minenerlebnis inszeniert ist! Nun ist der Rundgang ein Erlebnis für alle Sinne, das von Raum zu Raum führt. Ausserdem hat sich die Route ein wenig verändert und wir haben einen neuen Bahnhof und natürlich die neue Rutschbahn mit zwei Röhren.
Was ist neu?
Heute erzählt die Mine selbst, mit Licht und Ton. Neu vermitteln wir die Geschichte des Bergwerks und die Aktualität, dabei rücken wir die Menschen stärker in den Vordergrund. Dazu gehören etwa Live-Schaltungen zu den Mineuren oder Einblicke in Bereiche, die zeigen, dass die Salzminen bis heute ein aktiver Produktionsstandort sind. Das ist uns sehr wichtig. Auch die Mineure und die Geschichte der Arbeit unter Tage erhalten mehr Raum. Der Rundgang ist klarer strukturiert und aus einem Guss konzipiert. Dadurch ist auch Platz entstanden für Themen, die vorher keinen hatten – etwa die Affinage und die Reifung der Salami.
Fehlt Dir etwas vom früheren Rundgang?
Im Innern des Bergwerks fehlt mir nichts. Der alte Rundgang war eine Sammlung, die über Jahrzehnte gewachsen und immer wieder ergänzt worden ist. Erste Touren gab es bereits in den 1970er-Jahren. In den 1980er-Jahren kamen das Réservoir Rond und der Bahnhof hinzu, danach immer wieder ein neues Objekt, eine neue Lampe, ein neuer Abschnitt.
Hast Du einen Lieblingsraum auf dem neuen Rundgang?
Mein Lieblingsraum ist der Raum Burnier: Hochleistungsscheinwerfer setzen die imposante Raumhöhe von über zwölf Metern in Szene. Das ist sehr eindrücklich.
Trotz aller technischen Möglichkeiten führen weiterhin Menschen durch die Minen?
Weil die Menschen in der Geschichte dieser Minen immer das Wichtigste waren – und das bleiben sie. Die Vermittlung ist persönlich und wird es auch künftig bleiben. Deshalb haben wir die Grösse der Besuchergruppen von 80 auf 40 Gäste halbiert. Nur so bleibt Raum für Fragen, für Persönlichkeit und für das Gespräch unter Tage.
Was überrascht Besucherinnen und Besucher erfahrungsgemäss am meisten, wenn sie die Salzminen zum ersten Mal besuchen?
Wie schnell die zwei Stunden vorbeigehen! Der Besuch fühlt sich heute viel kürzer an, obwohl er ungefähr gleich lang ist wie früher. Die Besucherinnen und Besucher erhalten in relativ kurzer Zeit einen sehr guten Überblick über die Geschichte der Salzminen und die aktuelle Produktion. Diese Verbindung von historischem Ort und aktuellem Betrieb ist für viele sehr eindrücklich. Man sieht, hört und spürt den Ort.
Und man kann ihn bei der Degustation draussen auch schmecken. Diese haben wir erweitert, um zu zeigen, wie vielfältig Salz verwendet wird. Es gibt unsere im Bergwerk gereiften Spezialitäten – Salami, Käse, Miso – und dazu viele weitere Produkte aus unserer Boutique, die mit Sel des Alpes hergestellt werden. Das rundet den Besuch ab und schafft einen Bezug zwischen dem Salz aus Bex und regionalen Genussprodukten.
Wie war das erste Mal rutschen auf der neuen Rutschbahn?
Cool! Und auch etwas erleichternd. Wir haben insgesamt über drei Jahre am neuen Besuchserlebnis gearbeitet, wenn man die ersten Konzepte und Überlegungen dazuzählt. Übrigens: In verschiedenen europäischen Bergwerken nutzte man früher Rutschen, um grosse Höhenunterschiede zu überwinden. In Bex war es dafür zu eng, es gab aber eine Materialrutschbahn aus Metall. Ich nehme bei jedem Rundgang die Rutsche und geniesse, dass wir jetzt so einen schönen Rundgang haben. Und es ist schön zu sehen, wie die Besucherinnen und Besucher rutschen und auch mal kreischen. Die linke Röhre ist etwas schneller als die rechte. Nun überlegen wir, ob es noch ein Zeitmessgerät oder einen Fotoapparat braucht für das Erinnerungsbild.
Sie möchten den Rundgang in den Salzminen von Bex erleben? Tickets können Sie bei Salina Helvetica buchen: https://www.salina-helvetica.ch/visite-des-mines

