Mission Biodiversität für Schweizer Kulturland

Bereits zum dritten Mal hat der Naturfonds Salzgut der Schweizer Salinen Fördermittel für Natur- und Landschaftsschutzprojekte gesprochen. Die acht neuen Projekte, die der zuständige Expertenrat im Mai 2021 gutgeheissen hat, engagieren sich für mehr Biodiversität in Kulturland und Gewässern sowie für die Umweltbildung. Seit seiner Lancierung im Dezember 2019 hat der Fonds insgesamt 42 lokale und regionale Projekte unterstützt. Das Engagement wird auch zukünftig fortgesetzt.

Junge Menschen im Einsatz für die Natur. (Foto: Verein Naturkultur)

Die biologische Vielfalt in der Schweiz nimmt laufend ab. Deshalb haben sich die Schweizer Salinen im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie der Mission verschrieben, die Biodiversität zu fördern. Seit Dezember 2019 unterstützt das Unternehmen mit dem Naturfonds Salzgut lokale Projekte in den Bereichen Naturschutz, Biodiversitätsförderung sowie Umweltbildung. Dies in erster Linie in den Gemeinden und Regionen, in denen das Salz für die gesamte Schweiz gewonnen wird.

Im Mai 2021 hat der achtköpfige Expertenrat des Naturfonds bereits zum dritten Mal neue Projekte bewilligt. Von insgesamt 19 Gesucheingaben aus der Nordwestschweiz und der Region Bex im Kanton Waadt erhielten acht Projekte den Zuschlag, da sie am besten den Anforderungen entsprachen. Entscheidend für eine Zusage waren Eigenschaften wie Qualität und Umsetzbarkeit der Projektidee sowie Vereinbarkeit mit den Förderkriterien. Träger der Projekte sind hauptsächlich lokale Natur- und Vogelschutzvereine sowie Einwohner- und Bürgergemeinden.

Kulturland und Gewässer aufwerten – für Biodiversität sensibilisieren

Die neu bewilligten Projekte entfallen mehrheitlich auf das Handlungsfeld ‘Kulturland’ des Naturfonds, um diesem oftmals vernachlässigten Bereich mehr Gewicht zu geben. «Vier Eingaben zielen darauf ab, das eher strukturarme, ackerbaulich geprägte Kulturland aufzuwerten. Hier erzeugen oft schon kleine Massnahmen eine grosse Wirkung», sagt Dr. Benedikt Schmidt, Biologe und Präsident des Expertenrates.

So soll beispielsweise eine ehemalige Landwirtschaftsfläche in Rothenfluh (BL) in eine Wiese mit Wildkräutern umgewandelt werden und danach verschiedenen Kleinstlebewesen als Refugium dienen. In Pratteln entsteht eine Baumkappelle, die verschiedenen Tierarten als Nahrungs- und Rückzugsort dient. Im Projekt ‘Building Walls – Breaking Walls’ bauen und sanieren Jugendliche aus verschiedenen Ländern in den Waadtländer Alpen Trockensteinmauern. 

So entstehen Lebens- und Rückzugsräume für spezialisierte und wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig trägt die Begegnung der Jugendlichen dazu bei, interkulturelle Mauern zwischen ihnen abzubauen. Dr. Benedikt Schmidt erklärt: «Der Ansatz, naturschutzökologisch wichtige Arbeit vor Ort mit Umweltbildung und interkultureller Begegnungsarbeit zu verbinden, ist innovativ. Deshalb haben wir uns für einen Unterstützungsbeitrag entschieden.»

Schliesslich widmen sich zwei der im Mai bewilligten Projekte der Umweltbildung. So entsteht beispielsweise in Muttenz auf dem Gelände des Robinson Spielplatzes ein naturnaher Bildungsgarten der Fachhochschule Nordwestschweiz, der neu Bestandteil des Sachunterrichts der künftigen Lehrpersonen auf Primarstufe sein soll.

Fortsetzung folgt

Seit der Lancierung im Dezember 2019 hat der Naturfonds Salzgut insgesamt 42 Projekte in sechs verschiedenen Handlungsfeldern bewilligt (s. Grafik). Für deren Umsetzung im Jahr 2021 wurden Fördermittel von rund CHF 380’000 gesprochen. Die Gesamtsumme der Fördermittel, die für die Umsetzung in den Jahren 2020 und 2021 gesprochen wurde, beläuft sich auf rund CHF 830’000, wovon bereits ein grosser Teil ausbezahlt worden ist. Andreas Bernasconi, Leiter der Geschäftsstelle Salzgut sieht in der Finanzierung dieser Projekte einen wertvollen Beitrag zum Natur- und Landschaftsschutz: «Die finanzielle Unterstützung ermöglicht eine qualitativ hochwertige Umsetzung der Massnahmen.»

Von allen geförderten 42 Projekten konnten bis heute sieben vollständig abgeschlossen werden, 29 grösstenteils mehrjährige Projekte sind noch in Umsetzung. Weitere sechs befinden sich derzeit in der Planung. 

Neue Projekte können ab sofort online via www.salzgut.ch oder per Mail an info@salzgut.ch eingegeben werden. Der nächste Eingabetermin ist der 10. September 2021.

Acht neue Förderprojekte in drei verschiedenen Handlungsfeldern

Eine Übersicht aller bewilligten Projekte ist einsehbar auf www.salzgut.ch.

Kulturland

  • Aufwertung Rebberg Klus-Tschäpperli: Aufwertungsmassnahmen zur Erhaltung der Artenvielfalt und zur Schaffung einer ökologischen Infrastruktur im Rebbaugebiet in Aesch (BL).
  • Landkauf Rothenfluh: Schaffung von arten- und strukturreichen Lebensräumen in der Gemeinde Rothenfluh (BL) durch den Kauf und Abtausch von Landwirtschaftsflächen und deren anschliessender ökologischer Aufwertung und Pflege.
  • Baumkapelle Pratteln: Anpflanzung von vier Winterlinden im Landwirtschaftsland oberhalb des Naturschutzgebiets Talweiher in der Gemeinde Pratteln (BL) und Anlage von Kleinstrukturen, um Trittsteinbiotope für verschiedene Tierarten zu generieren; Nutzung als Ruheplatz für die Bevölkerung unter dem sich kapellenartig verbindenden Kronendach.
  • Building Walls – Breaking Walls: Bau und Sanierung von Trockensteinmauern in den Waadtländer Alpen durch Jugendliche aus verschiedenen Ländern; dadurch Schaffung von Lebens- und Rückzugsräumen für spezialisierte und wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten und gleichzeitig Abbau interkultureller Mauern zwischen den Jugendlichen mit Hilfe von Begegnungsarbeit.

Gewässer

  • Geburtshelferkröten im Schöflettenweiher: Sicherung des Fortbestands der Population der Geburtshelferkröte durch eine Sanierung und Neuanlage geeigneter Laichgewässer in Arisdorf (BL).
  • Unken, Kröten und Feuchtgebiete in Zeiningen: Anlage zusätzlicher Laichgewässer und dadurch Schaffung neuer Lebensräume für die stark gefährdete und geschützte Gelbbauchunke und die Geburtshelferkröte, von denen in Zeiningen (AG) noch Restpopulationen existieren.

Umweltbildung

  • Programme d’éducation à la durabilité dans les écoles de Bex: Pilotprojekt zur spielerischen und interaktiven Sensibilisierung zweier Primarschulklassen von Bex (VD) für die Nachhaltigkeit.
  • Bildungsgarten Muttenz: theoretische und praktische Thematisierung von Nachhaltigkeitsthemen aus den Bereichen der Agrar- und Gartenkultur sowie des Natur- und Umweltschutzes im naturnahen Garten des ‘Institutes Primarstufe’ der Fachhochschule Nordwestschweiz (BL), angelegt durch zukünftige Lehrpersonen.

Über den Naturfonds «Salzgut»

Der Naturfonds «Salzgut» der Schweizer Salinen unterstützt Projekte in den Bereichen Natur- und Landschaftsschutz sowie Biodiversitätsförderung. Er leistet damit einen Beitrag zur Pflege der natürlichen Lebensgrundlagen und des Umweltbewusstseins der Bevölkerung. Im Fokus stehen lokale Projekte in den Gemeinden, in denen die Schweizer Salinen heimisches Salz gewinnen. Mit dem Naturfonds «Salzgut» wollen sich die Schweizer Salinen im Namen aller Kantone bei den jeweiligen Gemeinden und Regionen bedanken, welche die verlässliche und solidarische Salzversorgung der Schweiz ermöglichen.

Diesen Beitrag teilen auf:

Share on email
Share on facebook
Share on twitter

Ihre Ansprechpartner

Dr. Urs Ch. Hofmeier

Geschäftsführer

Tel. +41 61 825 51 51
urs.hofmeier@saline.ch

Carlo Habich

Delegierter für Soleförderung und Nachhaltigkeit

Tel. +41 61 825 51 51
carlo.habich@saline.ch

Folgen Sie uns auf den sozialen Medien

Verwandte Beiträge

«Herr Savary, warum verkaufen die Schweizer Salinen auch im Sommer Auftausalz?»
23.11.2021
Bei den Schweizer Salinen laufen die Wintervorbereitungen auf Hochtouren
11.11.2021
Ein Flachmoor wird aus dem Dornröschenschlaf geweckt
05.11.2021