Baselbieter Regierungsrat Dr. Anton Lauber: «Salz hat die ganze Geschichte unseres Kantons geprägt»

Die «Tour da Salz», die 111-Jahre-Jubiläumstour der Schweizer Salinen, macht am 16. November Halt in Sissach. Regierungsrat Dr. Anton Lauber vertritt den Kanton Basel-Landschaft im Verwaltungsrat der Schweizer Salinen.

Glatzköpfiger Mann lächelnd mit Anzug und Kravatte
BL-Regierungsrat Dr. Anton Lauber vertritt den Kanton Basel-Landschaft im Verwaltungsrat der Schweizer Salinen.

Herr Regierungsrat Lauber, was assoziieren Sie persönlich mit Salz?
Ich bin kein Freund der salzarmen Küche. Zu Pommes frites gehört für mich einfach Salz, auch ins Teigwarenwasser. Und dann natürlich in Sossen oder grobkörnig auf Salate und Fleisch. Salz rundet für mich die gute Küche ab! Ich kann beim Salz zuschlagen, da ich glücklicherweise mit dem Blutdruck keine Probleme habe.

Die «Tour da Salz» der Schweizer Salinen macht am 16. November Halt in Sissach. Was bedeutet das 111-jährige Jubiläum der Schweizer Salinen für Sie?
Als Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft natürlich viel. Salz hat die ganze Geschichte unseres Kantons geprägt. Salz ist die Urquelle des Wohlstands des Baselbiets. Carl Christian Friedrich Glenck (1779 bis 1845), der deutsche Bergbaufachmann, startete die Salzsuche auf schweizerischem Boden. Am 18. Mai 1836 wurde er beim Roten Haus am Rhein bei Muttenz in 107 Meter Tiefe fündig. Auch wenn diese historische Bohrung wegen Differenzen mit den Landeigentümern bald wieder aufgegeben werden musste, bedeutete sie doch den Durchbruch in eine neue Epoche. Die Zeiten, in denen Salz nur in der Ernährung und zur Konservierung verwendet wurde, sind längst vorbei.

Mit dem Aufkommen der modernen Wissenschaft im 18. und 19. Jahrhundert wurde das Salz eingehend mit den Methoden der modernen Chemie und Physik erforscht. Chemische Firmen siedelten sich im Umkreis der Salinen an. Der Grundstein für den Chemiestandort Schweizerhalle war damit gelegt.

Die Entdeckung des Salzlagers 1836 war für den jungen Kanton Basel-Landschaft ein doppelter Glücksfall. Denn einerseits liessen sich zahlreiche chemische Firmen in der Nähe der Salinen am Rhein nieder, weil sie viel Salz benötigten. Sie bilden heute einen der führenden Standorte der Life-Sciences-Branche weltweit. Andererseits hatte der Salzfund zur Folge, dass die Baselbieterinnen und Baselbieter bis 1892 – also fast 60 Jahre lang – keine Staatssteuern zahlen mussten, denn mit dem Erlös aus dem Salzverkauf konnte der Kanton Basel-Landschaft seine Staatsausgaben gut decken.

Wo sehen Sie die zukünftigen Herausforderungen für die Salzgewinnung in der Schweiz?
Die Globalisierungstendenzen der Nuller- und Zehnerjahre haben mit der Corona-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine, und den dadurch unterbrochenen Lieferketten eine starke Bremsung erfahren. Schweizer Firmen reduzieren ihr Engagement in unsicheren Gegenden der Welt. Die Schweiz tut gut daran, die Salzgewinnung im eigenen Land weiterhin zu pflegen und zu unterstützen. Dabei müssen wir wieder lernen, mit Schwierigkeiten und unterschiedlichen Meinungen und Standpunkten im Dialog zu einer für alle Beteiligten tragfähigen Lösung zu kommen. Da liegt meiner Meinung nach die grosse Herausforderung.

Und was wünschen Sie den Schweizer Salinen zum 111-jährigen Jubiläum?
Ich gratuliere den Schweizer Salinen zum Triple 1 und wünsche eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung! Die Salinen sind gut aufgestellt und für die Herausforderungen der nächsten Jahre gut gerüstet. Der Salzabbau – auch in unserer Region – ist immer noch zentral für die Versorgung der Schweiz mit einheimischem Salz.

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