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Genossenschaft GartenBerg: Ein alternatives Modell der Lebensmittelversorgung

Dass Rüebli, Salat und Co. aus der Region besser für Mensch und Natur sind, davon sind die Mitglieder der Genossenschaft GartenBerg (Wölflinswil, AG) überzeugt. Gemeinsam produzieren die inzwischen über 100 Freizeitgärtnerinnen- und gärtner mit Hilfe einer Bauernfamilie seit drei Jahren nachhaltiges Gemüse. Der Naturfonds Salzgut der Schweizer Salinen unterstützte das Projekt.

«Menschen wollen wieder mehr wissen, woher ihr Essen kommt. Und sie wollen mit einem guten Gefühl und Wertschätzung konsumieren», sagt Heidi Emmenegger, Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Genossenschaft GartenBerg und bekennende Salat-Liebhaberin. Darum haben im Sommer 2020 zehn innovative Frauen und Männer die Genossenschaft GartenBerg gegründet. Ihr Ziel: Gemeinsam nachhaltiges Gemüse produzieren und die Ernte wöchentlich in regionalen Depots an die Mitglieder verteilen.

Arbeit hat es bei der Genossenschaft Gartenberg genug: Vier ganze oder acht halbe Tage pro Jahr leisten die Mitglieder Gartenarbeit nach ihrer Wahl.

Grosse Unterstützung durch lokale Bauernfamilie

Im Frühling 2021 war es dann endlich so weit: Die ersten reifen Tomaten, Karotten und Salate konnten im grossen Garten neben dem Tannerhof in Wölflinswil (AG) geerntet werden. Die Genossenschaftsfläche von fast einer Hektare ist dafür perfekt geeignet: Gestellt wird das sonnige und ruhige Landstück auf dem Altenberg von der Bauernfamilie Irene und Fabio Tanner, beide selbst engagierte Gründungsmitglieder.

«Inspiriert wurden wir vom Konzept der regionalen Vertragslandwirtschaft (RVL). Es ist ein alternatives Modell der Lebensmittelversorgung mit dem Menschen im Zentrum und in der Schweiz seit den 80er-Jahren verbreitet», erklärt Heidi Emmenegger. So funktioniert es: Ob Einzelperson, Paar oder Familie, jede und jeder aus der Grossregion Frick/Aarau kann mit einem Anteilschein und einem Gemüseabo Mitglied werden. Hinzu kommen noch etwa vier bzw. acht halbtägige Arbeitseinsätze pro Jahr.

Preisgekröntes Projekt

«Arbeit hat es mehr als genug», schmunzelt Heidi Emmenegger und zählt alle Aufgaben an ihren Händen auf: «Zur Wahl stehen Feierabend-Jäten, Samstags-Aktionstage, Infrastruktur- oder Administrationsarbeit wie auch Verpackung und Verteilung des Gemüses. Es ist für jeden und jede etwas dabei!» Etwa zwei Drittel der Arbeit wird über eine Online-Plattform ausgeschrieben und organisiert, den Rest übernehmen zwei angestellte Gemüsegärtnerinnen oder Gemüsegärtner und in den Sommermonaten eine Praktikumsperson.

Als «belebten Garten mit vielen biodiversitätsfördernden Elementen» bezeichne man das Projekt am liebsten, so die gelernte Sozialarbeiterin. Und das nicht ohne Grund: Neugepflanzte Hecken, angelegte Steinverstecke und Asthaufen bieten bedrohten Tieren ein Obdach. Hinzu kommen Nistkästen für Vögel, ein Bienenhaus sowie Begegnungsorte und Infotafeln zum Austausch innerhalb der Genossenschaft.

Dieses «gute Gefühl der Landwirtschaft» kommt an: 2021 erhielt der GartenBerg den Bio-Innovationspreis von Bio Aargau, der Dachorganisation der Aargauer Biolandwirtschaft, verliehen. 

Der Leiter Landwirtschaft des Kantons Aargau, Matthias Müller, wünschte sich in der Laudatio gar «in jedem Dorf einen GartenBerg.»

Die Ernte verteilt die Genossenschaft GartenBerg wöchentlich unter ihren Mitgliedern.

Der Corona-Pandemie getrotzt

Bei der Gründung des GartenBergs trugen die Mitglieder wegen Corona noch Schutzmasken oder tauschten sich online über die Entwicklung des Projekts aus. Im März 2023 war es aber endlich so weit: Die GartenBerglerinnen und GartenBergler konnten sich vor Ort im Kulturhaus Meck in Frick zu ihrer dritten Generalversammlung treffen. Die Beteiligung sei erfreulich hoch gewesen und zeige, dass die Gemeinschaft ideell mitgetragen werde, ist Heidi Emmenegger überzeugt.

Wer mit den Wetterkapriolen von diesem Frühling klarkommt, muss sowieso ein Stehaufmännchen- oder weibchen sein: Denn das feuchte Klima erschwert es den Helferinnen und Helfern, den durchtränkten Boden mit den schweren Maschinen zu bearbeiten. Dafür füllen sich die Wasserspeicher für den Sommer und die die bereits gepflanzten Setzlinge gedeihen ideal. Es sieht nach einer üppigen Ernte aus.

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