Interview mit dem abtretenden CEO Urs Hofmeier: «Der Dialog ist entscheidend»

Ende Jahr geht Urs Ch. Hofmeier, CEO der Schweizer Salinen, in Pension. Im Interview erinnert er sich an seine ersten Tage beim Unternehmen im Mai 2012. Er blickt zum Abschied auf Überraschungen und wichtige Erkenntnisse der vergangenen rund 14 Jahre zurück.

Erinnern Sie sich noch, was Sie seinerzeit an der neuen Stelle besonders gereizt hat?

Ja, sehr gut. Mich hat damals vor allem die Integration der Salines de Bex in die Schweizer Rheinsalinen gereizt. Das war eine seltene Gelegenheit, ein kleineres Unternehmen in ein grösseres zu integrieren. Dabei ging es um eine bunte Vielfalt von Themen wie politische Fragen, neue Prozesse und kulturelle Veränderung.

Nach 14 Jahren: Was davon hat sich bestätigt?

Ich habe sehr schnell gemerkt, wie breit diese Aufgabe tatsächlich ist. Am Morgen habe ich auf hoher strategischer Ebene über Konzessionen verhandelt. Und am Nachmittag stand ich mit einer Anwohnerin am Bohrplatz und suchte eine Lösung für ein ganz konkretes Anliegen. Dieser Wechsel zwischen langfristigen Weichenstellungen und täglichen operativen Themen ist enorm intensiv, aber auch sehr spannend.

Was war anders als erwartet?

Mir war bewusst, dass die politische Dimension eine wichtige Rolle spielen würde. Rückblickend hatte ich jedoch nicht erwartet, dass sie sich als so prägend erweisen würde.

Was hat Sie und das Unternehmen dazu bewogen, den direkten Dialog mit den Anwohnenden so aktiv zu suchen?

Es war offensichtlich der richtige Weg. Die Gesellschaft hat sich verändert. Früher wurde wenig hinterfragt, dass die Salinen bohren. Heute wollen die Menschen verständlicherweise verstehen, was wir tun, warum wir es tun und wie es sie betrifft. Transparente, verbindliche Kommunikation ist zentral und war mir darum immer wichtig. Nur wenn wir früh kommunizieren, können wir gemeinsam Lösungen entwickeln. Der Dialog ist entscheidend.

Mussten Sie intern Überzeugungsarbeit leisten, um alle von dieser Haltung zu überzeugen?

Am Anfang war das für manche etwas ungewohnt, weil es früher anders praktiziert wurde. Die Kolleginnen und Kollegen waren fachlich immer top. Vor einer Gemeindeversammlung zu stehen oder persönliche Gespräche mit Anwohnenden zu führen, liegt nicht allen gleich. Heute läuft das grösstenteils ohne mich – und das macht mich stolz.

Hat Ihnen Ihre Erfahrung als ehemaliger Gemeindepräsident dabei geholfen?

Definitiv. Ich komme aus einer politisch aktiven Familie. Meine Erfahrung hat mir dabei geholfen zu verstehen, was Partner auf kommunaler Ebene brauchen. Ich bin mich nicht nur gewohnt, eine komplexe Sache zu vertreten und dabei verschiedene Sichtweisen anzuhören und einzubeziehen. Ich schätze auch den direkten Austausch mit den Menschen sehr. Wenn dann am Schluss eine nachhaltige Lösung entsteht, ist das immer eine grosse Befriedigung.

Was nehmen Sie aus diesen vielen Begegnungen mit – beruflich und persönlich?

Vor allem, dass man auch in angespannten Momenten immer ruhig und fair bleiben muss. Und mir ist klar geworden: Wir können viel lösen – aber nicht alles. Man muss offen sagen, was möglich ist und was nicht. Als CEO der Schweizer Salinen kann ich nicht alles versprechen, aber ich kann gut zuhören, Verständnis aufbringen und Lösungen im Rahmen des Möglichen finden.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft – für die Schweizer Salinen und für die Menschen, die rund um die Standorte leben?

Dass wir unsere offene, transparente und menschliche Kommunikation weiterführen. Dass wir gemeinsam nach Lösungen suchen. Wir wollen auch in den nächsten Jahrzehnten Salz abbauen – dafür braucht es Dialog und Vertrauen. Dafür braucht es auch die Akzeptanz und das Verständnis der Bevölkerung.

 

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